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Patrick Schattka: „Freut euch nicht zu spät.“

Patrick Schattka
Freut euch nicht zu spät VI, Marker auf Papier, 100 x 69,5 cm, 2016, patrickschattka.weebly.com

Über das Motiv

„Freut euch nicht zu spät.“ ist zunächst und hauptsächlich ein Ausdruck der Bewunderung an Andreas Vesalius und Giulio Cesare Casserio, zwei Pionieren in der Untersuchung und der Dokumentation der menschlichen Anatomie. Schattka macht sich den menschlichen Körper zu eigen und lässt ihn durch das Hinzufügen mariner Lebewesen zu teils albtraumhaften Hybridwesen mutieren. Mensch und Tier werden eins, der Mensch wird Refugium und Nährboden für die maritime Flora und Fauna.

„… Hier stellt sich die Frage nach einer möglichen Symbiose, aber auch die nach einer parasitären Existenz im menschlichen Körper. Nicht zuletzt darf diese Arbeit auch als künstlerische Äußerung zu einem heute zuweilen seltsam verschobenen Körperkult und einer übertrieben sensiblen Wahrnehmung des eigenen Körpers verstanden werden.“
– Patrick Borchers, Versteckt und doch da, in: Funkenflug – Katalog zur Ausstellung, S. 30

Patrick Schattka schafft einen Spannungsraum, in dem der Betrachter gezwungen ist, sich zwischen seinem Schaudern vor der Vorstellung des Gesehenen und der gleichzeitig ästhetischen Materialität der Zeichnung im Stile eines alten Kupferstichs zu entscheiden.

Über den Künstler

Patrick Schattka studiert seit 2013 Kunst mit dem Schwerpunkt Graphik bei Prof. Bettina van Haaren und Patrick Borchers an der TU Dortmund.

„Die Zeichnungen von Patrick Schattka unterteilen sich streng genommen in zwei zunächst scheinbar gänzlich zu unterscheidende Bildwelten. Die eine offenbart merkwürdige Bildkompositionen, in denen Schattka etwa Vegetatives mit maritimen Lebewesen im wahrsten Sinne des Wortes zu etwas Neuem, nicht klar Definierbarem verschmelzen lässt. Die andere Welt scheint auf den ersten Blick nüchtern dokumentarisch und zeigt etwa Portraits von Personen, die durch das Leben gezeichnet sind. Irreale, zuweilen farbexplosive Ding- und Körperwelten treffen auf sensibel erspürte, mit Faserstift festgehaltene menschliche Charaktere.“
–  Patrick Borchers, Versteckt und doch da, in: Funkenflug – Katalog zur Ausstellung, S. 28

In seiner künstlerischen Arbeit verarbeitet Patrick Schattka Gesehenes und Erlebtes aus der ihn umgebenden Umwelt und schafft Netzwerke zwischen Dingwelten, die augenscheinlich zunächst nichts miteinander gemein haben. Farben, Formen und Texturen bilden das Gerüst für ein Mosaik aus Assoziationen, welche letztlich seine Bildfindungen entstehen lassen. Patrick Schattka bewegt sich im Spannungsfeld zwischen der Lust auf dokumentarischen Realismus und dem Irrealismus, jedoch immer auf der Suche nach der größtmöglichen Präzision in der Wiedergabe des Erschauten in Farb- oder Faserstift.

Ausstellungen

2016

  • „Funkenflug“, Galerie am GiL, Marl (Einzelausstellung, Katalog)
  • Rundgang TU Dortmund, TU Dortmund
  • 45ct. Stadtansichten, Städtische Galerie Haus Seel, Siegen (K)

2015

  • Ausstellung zum Editionspreis, Rektorat der TU Dortmund
  • Rundgang TU Dortmund, Dortmunder U