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Sandra Opitz: „Schlangen der Kunstgeschichte“

Sandra Opitz
Schlangen der Kunstgeschichte, Digitale Arbeit, 2016, www.sandra-opitz.de

Die hier präsentierte digitale Arbeit zeigt das nach der Enthauptung noch erschrockene Medusenhaupt, bevor es in ein Gefäß mit Formaldehyd eingelegt wird. Die Schlangen umspannen den Kopf der Medusa und muten dabei ähnlich wie sie noch immer lebendig an. Die graue Farbigkeit deutet an, dass das Haupt, anders als in der mythologischen Vorlage oder dem Gemälde von Caravaggio, nun selbst zu Stein erstarrt ist. Ob der entsetzte Blick von dem eigenen Vergehen oder dem Präparationsvorgang herrührt, bleibt offen. Der nun ungefährlich gewordene Blick schafft es eventuell, bei dem Betrachter Fragen über die eigene Existenz und Vergänglichkeit anzustoßen. Der Kopf dient außerdem als eindrucksvoller Beweis für den menschlichen Einfallsreichtum, welcher für immer erhalten werden soll. Er ist Teil wissenschaftlicher Untersuchungen in der Kunstgeschichte und steht stellvertretend zusammen mit den pfeilförmigen Schlangen am unteren Rand für die lohnenswerte und existentielle Verbindung zwischen Kunst und Kunstgeschichte.

Über die Künstlerin

Sandra Opitz studierte Kunst mit dem Schwerpunkt Graphik bei  Prof. Bettina van Haaren und Malerei bei Prof. Jan Kolata an der TU Dortmund sowie an der Kunstakademie Düsseldorf. Ihre Arbeiten wurden mit dem Kunstpreis der TU Dortmund für Graphik 2013 sowie mit dem Urban Movement Design Award 2015 der DSW21 ausgezeichnet.

In meinen Arbeiten befasse ich mich mit der Erforschung des Selbst und der Vergänglichkeit des Seins. Diese existentiellen Fragen behandle ich mit den Mitteln der Malerei und der Graphik. Hierzu kombiniere ich Menschliches mit Tieren, Pflanzen und Gegenständen; alles wird Teil einer ewigen, schmerzvollen Verwandlung. Medizinisch-naturhistorische Zusammenhänge, mythologische Erzählungen und eigene Erfahrungen werden erzählerisch neu kombiniert und vorgetragen. Die Malerei ist für mich somit eine Erinnerungs-, aber gleichzeitig auch Experimentiermöglichkeit, denn es geht ebenso um prozesshaftes Agieren, um die Arbeit mit der Farbe, um Schichtungen und die Suche nach Form. Das Ringen mit dem Bild ist genauso entscheidend wie die Auseinandersetzung mit den Bildinhalten.

 Ausstellungen (Auswahl)

2010

  • „Linienfahrt“, DSW21, Dortmund (K)

2011

  • „Rundgang TU Dortmund“, Dortmunder U
    „Sichtflug“, Dortmunder Airport (K)
    „Der Hohenhof in Hagen“, Osthaus Museum, Hagen (K)

2012

  • „Junge Kunst“, Humanistische Universität, Smolensk, Russland
  • „Animalisch“, Zoo Dortmund (K)
  • „Rundgang TU Dortmund“, Dortmunder U
  • „Wüste“, Kirche St. Michael, Hagen
  • „Kunststudenten aus NRW — TU Dortmund. Malerei, Grafik und Fotografie“, Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke
  • „Junge Kunst“, Hagenring-Galerie, Hagen
  • „Stadtspäher. Baukultur in Schule und Universität“, Osthaus Museum, Hagen (K)
  • „Gut besetzt“, Burg Dringenberg, Bad Driburg

2013

  • Ausstellung im Amtsgericht, Lüdenscheid
  • „Rundgang TU Dortmund“, Dortmunder U
  • „Stadtspäher. Baukultur in Schule und Universität“, Dortmunder U (K)

2014

  • „Rundgang TU Dortmund“, Dortmunder U
  • „Junge Kunst“, Teneshova Kulturzentrum, Smolensk, Russland (K)
  • „Feucht- und Trockenpräparate“, Hagenring-Galerie, Hagen (E, K)
  • „Augenscheinlichkeiten“, Lichthof Köln (K)

2015

  • „Feucht- und Trockenpräparate“, Galerie Dieter Fischer, Dortmund (E)
  • „Augenscheinlichkeiten“, Kunstverein Haus 8, Kiel (K)
  • „Rundgang“, Dortmunder U

2016

  • „Augenscheinlichkeiten II“, Dortmunder U (K)

Werke in öffentlichen Sammlungen

  • Osthaus Museum, Hagen